Das kleine 1x1 der Garagentore ➠ Fragen & Antworten

05.12.2016 08:30

Garagentore sind heut zu Tage weitaus mehr als nur ein Mittel zum Zweck. Waren sie bis vor einigen Jahren lediglich eine Möglichkeit Garagen zu verschließen und so vor unberechtigtem Zugriff zu schützen, sind sie heute Teil der gestalterischen Gebäudeentwicklung. Heut zu Tage gibt es erstmals Möglichkeiten der kompletten Individualisierung der Tore für die breite Masse. Angefangen bei zahlreichen Arten von Toren, über Farben bis hin zu Mustern, Designs, Fenstern und Designelementen ist alles möglich um ein 100% individuelles Garagentor zu kreieren. Im Folgenden stellen wir Ihnen diese Auswahlmöglichkeiten näher vor.

1. Arten von Garagentoren
2. Farben von Garagentoren
3. Muster auf Garagentoren
4. Design des Tores
5. Designelemente und Fenster im Tor
6. Kosten für den Einbau von Garagentoren


1. Arten von Garagentoren

  • Sektionaltor
    Sektionaltor Piktogramm von TorDoc
    Der neue Standard im Torbereich. Das Tor ist in mehrere einzelne Sektionen unterteilt. Es schließt normalerweise von oben nach unten. Seitensektionaltore schließen von rechts nach links oder umgekehrt. Da es nicht ausschwingt wird kaum Platz zum Öffnen benötigt, jedoch wird die Durchfahrtshöhe (Seitensektionaltor: Durchfahrtsbreite) eingeschränkt.

  • Schwingtor
    Schwingtor Piktogramm von TorDoc
    Der weit verbreitete Klassiker. Das Schwingtor besteht aus einem großen Teil, dem Torblatt. Beim Öffnen/Schließen schwingt es nach außen auf. Somit geht direkt vor dem Tor Platz verloren, es kann zum Beispiel kein Auto dort abgestellt werden.
     
  • Rolltor
    Rolltor Piktogramm von TorDoc
    Bekannt ist die Funktion des Rolltores vom Rolladen am Fenster. Es besteht aus vielen kleinen Elementen und wird entlang einer Führungsschiene von oben nach unten geschlossen. Ein großer Vorteil von Rolltoren ist der äußerst geringe Platzbedarf. Ein erheblicher Nachteil ist die fehlende Verwindungssteifigkeit.
     
  • Kipptor
    Kipptor Piktogramm TorDoc
    Kipptore bestehen, wie Schwingtore, aus einem einzigen Torblatt. Dieses schwingt jedoch nicht nach außen, sondern nach innen auf. Der Vorteil ist, dass vor der Garage kein Platz benötigt wird, dafür jedoch in der Garage. Es wird oft für Tiefgaragen genutzt.
     
  • Schiebetor
    Schiebetor Piktogramm von TorDoc
    Auch das Schiebetor besteht aus einem großen Torblatt. Es wird durch seitliches Verschieben geöffnet und geschlossen. Bekannteste Schiebetore sind Scheunentore.
     
  • Flügeltore:
    Oftmals in den 70er Jahren im Einzelgaragenbau für Mehrfamilienhäuser eingesetzt, bestehen Flügeltore aus zwei nebeneinander angeordneten Torblättern. Sie ähneln in Ihrer Funktion normalen Türen, welche sich in der Mitte treffen und dort verriegeln.

2. Farben von Garagentoren

Bei der Farbgestaltung gibt es auf Grund moderner, teil hochautomatisierter Fertigungstechniken kaum noch Grenzen. Standardmäßig sind Garagentore in der Farbe Verkehrsweiß (RAL 9016) erhältlich. Diese machen ca. 75% aller verkauften Tore aus. Weiterhin gibt es sogenannte Trendfarben, welche vor allem bei chiquen Neubauten im gleichen Farbton der Fenster des Hauses verbaut werden. Hierdurch ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, wenn die Garage im oder am Haus liegt. Eine wichtige Einschränkung sei bei der Farbwahl erwähnt: wenn sich Ihre Garage in Südausrichtung befindet, ist von dunklen Farben abzusehen, da sich das Torblatt stärker erhitzen kann als bei hellen Farben. Hier kommt es unter Umständen zu Ausdehnungen im Material und zu Farbabplatzungen. Beides ist technisch nicht komplett auszuschließen und sollte mit in die Planung einbezogen werden.


3. Muster auf Garagentoren

Moderne Sektional-Garagentore aus Metall werden in Sandwichbauweise gefertigt, das heißt, sie bestehen aus mehreren Schichten, welche zu einem Bauteil verbunden werden. Die der Innenseite der Garage zugewandte Schicht ist typischerweise schlicht gehalten, aber auch sie kann auf Wunsch des Kunden besondere Gestaltungsmerkmale aufweisen. Nach einer Dämmschicht in der Mitte, welche zum einen Thermoeigenschaften aufweist und zum anderen für Verwindungssteifigkeit sorgt, folgt die äußere Schicht. Diese ist letztlich nach dem Einbau des Tores immer zu sehen und wird daher oftmals an die Fassade des Gebäudes angepasst. Nach der Auswahl der Farbe ist es auch möglich über Prägerollen (große Metallwalzen) in der Fertigung des Tores Muster auf der Außenseite aufzutragen. Oftmals beliebt ist das so genannte „wood grain“ Muster. Es ähnelt dem einer Baumrinde und ist äußerst pflegeleicht. Staub und Schmutz sind hier schwer erkennbar. Am pflegeintensivsten sind glatte Oberflächen. Diese sind je nach Farbgestaltung fast täglich zu putzen.


4. Design des Tores

Egal ob Schwing- oder Sektionaltor, das optische Erscheinungsbild wird auch durch das äußerlich sichtbare Design maßgeblich geprägt. Der Bestseller unter den Designs ist das „Großsicke“ oder auch „M-Sicke“ genannte Erscheinungsbild. Es fügt sich in die Mehrzahl der Gebäudedesigns ein. Mit dem Design „waagerechte Sicke“ oder „S-Sicke“ erweckt man den Eindruck eines Rolltores auch bei Sektional- oder Schwingtoren. Ein wahrlich nobles Design erhält man mit „Großlamelle“ bzw. „L-Sicke“. Die „Kassettenprägung“ erinnert an höherwertige, klassische Schwingtore. Auch dieses Design ist sowohl bei Schwingtoren, als auch bei Sektionaltoren erhältlich. Die Bezeichnungen den einzelnen Designs können je nach Hersteller verschieden sein, in der Ausführung unterscheiden sie sich jedoch nicht.


5. Designelemente und Fenster im Tor

Hersteller wie die deutsche Torschmiede Teckentrup (Platz 3 der größten deutschen Torhersteller) gehen zunehmend auf den Individualisierungswunsch der Kunden ein. So ist es inzwischen möglich bei Sektionaltoren für jede Sektion einzeln zu bestimmen, ob diese verglast sein soll und welches Glas verwendet werden soll. Weiterhin können Zierelemente mit der Verglasung kombiniert werden. Ähnliches gilt auch für Schwingtore. Diese können ebenfalls durch Zahlreiche Extras individualisiert werden. Natürlich müssen Sie sich bewusst machen, dass Individualisierungen die Massenfertigung des Tores unterbrechen. Maschinen und Bauteile müssen speziell für dieses eine Torexemplar vorbereitet und bedient werden, was Kosten verursacht, welche sich im Torpreis wiederspiegeln.


6. Kosten für den Einbau von Garagentoren

Früher oder später stellt sich jeder Bauherr die Frage: „Was kostet der Einbau eines Garagentores?“
Die Antwort auf die Montagekosten hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel ist zu klären

  • Wie weit ist die Anfahrt zur Baustelle?
  • Muss ein altes Tor ausgebaut und entsorgt werden?
  • Muss der Montageuntergrund vorbereitet werden?
  • Wie sind die Platzverhältnisse in der Garage, ist zügiges Montieren möglich?
  • Wird nur das Tor montiert, oder auch Zubehör wie Antriebe und Taster?

Größere Unternehmen verlangen in der Regel höhere Stundensätze zur Unterhaltung von Werkzeug- und Fuhrpark, was durchaus gerechtfertigt ist. Herstellereigene Montageteams nehmen pauschal für die Anfahrt bereits 200 Euro und es ist mit mindestens weiteren 800 Euro für die tatsächliche Aufgabenausführung zu rechnen. Daher beschränken wir uns in dieser Betrachtung auf kleinere Dienstleister mit 1-3 Mitarbeitern. Für eine grobe Schätzung der Kosten für die reine Garagentormontage nehmen wir zwei häufige Szenarien an:

Szenario 1)

In einem Neubau wird ein Sektionaltor mit elektrischem Antrieb verbaut. Die Platzverhältnisse sind ausreichend und es müssen keine sonstigen Vorbereitungen getroffen werden. Kostenschätzung für die Montage: ab 360 Euro zzgl. 19% Umsatzsteuer.

Szenario 2)

Eine bestehende Garage wird modernisiert. Das vorhandene Metall-Schwingtor soll ausgebaut und entsorgt, ein neues Sektionaltor mit Antrieb montiert werden. Die Platzverhältnisse sind gerade ausreichend und es müssen nur geringe Anpassungen vorgenommen werden. Kostenschätzung für die Montage: ab 400 Euro zzgl. 19% Umsatzsteuer.

Zu den genannten Werten ist die Besorgungen und Anlieferung des neuen Tores hinzuzurechnen. Empfehlenswert ist der Kauf des Tores im Internet mit anschließender Eigenmontage oder Montage durch einen Monteur vor Ort. Gerne beraten wir Sie für Ihr individuelles Projekt.


Lesen Sie in unserem Beitrag "3 Punkte vor dem Garagentorkauf: Der Check" was Sie vor dem Torkauf beachten sollten.


Nachdruck des Textes, auch auszugsweise, nur nach vorheriger Schriftlicher Genehmigung. Verlinkungen sind gerne gesehen.


Kommentare

Sehr guter Beitrag, vermittelt einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte. Insbesondere zu den Einbaukosten findet man sonst fast nichts im Internet.

Max Städler, 08.01.2017 22:12
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